Düngen mit Hornspänen

Hornspäne werden aus zerkleinerten oder geschroteten Rinderklauen bzw. -hörnern hergestellt und dienen als organischer Stickstoffdünger. Von Hornmehl spricht man, wenn die Hornspäne besonders klein gemahlen wurden. Trotz ihrer ähnlichen Herstellungsweise unterscheiden sich beide Düngesubstanzen in ihrer Wirkweise voneinander: so halten Hornspäne bis zu drei Monate an, während die Hornmehl-Düngung schon nach wenigen Wochen aufgefrischt werden muss.

Für das Düngen mit Hornmehl spricht allerdings, dass es sehr bodenverträglich ist und besonders schnell wirkt. Warum Hornspäne langsamer in den Boden einwirken, lässt sich ganz einfach erklären: Hornspäne bestehen aus gröberen Körnern, deshalb dauert es länger, bis sie von den Bodenlebewesen aufgeschlossen werden – erst wenn das geschehen ist, kann sich die Wirkung des Düngers entfalten. Die Zersetzung der Hornspäne dauert für gewöhnlich mehrere Tage, bei zu niedrigen Temperaturen und wenig Bodenfeuchte kann dieser Vorgang allerdings auch bis zu einigen Monaten andauern.

Im Gegensatz zu biologischen Düngern wie Schafs- oder Pferdemist muss man sich bei Hornmehl oder Hornspänen keine Gedanken wegen der Schärfe machen: zwar enthalten Hornspäne ca. 15% Stickstoff und auch Phosphor, doch beides zersetzt sich nur langsam, so dass eine Überdüngung unmöglich ist. Hornmehl und Hornspäne werden vor allem vor der Pflanzenaussaat eingesetzt. Man streut beide Düngesubstanzen auf den Boden, um sie anschließend mit einer Harke oder Mistgabel ins Erdreich einzuarbeiten.